Broschüre „Lebenszeit“ unterstützt Biografiearbeit im SOZIALKONZEPT „Dorotheenhof“ in Schwarmstedt

29. März 2016 vom SOZIALKONZEPT Seniorenpflegeheim Dorotheenhof
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Der Umzug in ein Pflegeheim ist sicherlich einer der größten Einschnitte im Leben eines Menschen. Auch wenn die meisten Menschen einen Umzug mehrfach im Leben erleben, so ist doch der Umzug in ein Pflegeheim kein „normaler Umzug“. Bei Betroffenen ist mit diesem Umzug oft das Gefühl verbunden, erhebliche Einschränkungen in Freiheit und Selbständigkeit zu erleben. Es wird der Verlust von lieb gewordenen Gegenständen, Umgebungen und Erinnerungen wahr genommen, gefürchtet wird der Verlust der Intimsphäre und auch das Fehlen gesellschaftlicher Anerkennung. Dieses Empfinden trägt oftmals dazu bei, dass der durch den Umzug erlebte Ortswechsel schwerwiegende Folgen hat, die seelisch und körperlich erlebt werden können.

Genau an dieser Stelle kommt der Arbeit der Betreuungsassistenten eine wichtige Rolle zu. Denn eine gelebte Willkommenskultur mit Einzugsgesprächen und einer individuell geplanten Eingewöhnungszeit ist in besonderer Weise mit der Biografiearbeit verbunden und von ihr abhängig. Bei der Biografiearbeit geht es nicht um aufdringliche Neugierde, sondern darum, dass über Lebenserfahrungen eines Menschen  ein Zugang sowie Verständnis für die Persönlichkeit des neuen Heimbewohners gewonnen werden soll. Selbstverständlich gilt es hier, mit Offenheit und Wertschätzung umzugehen und die Grenzen des Einzelnen zu respektieren, denn der ältere Mensch entscheidet selbst, über welche Erlebnisse der Vergangenheit er Auskunft geben möchte.

Je besser Biografiearbeit gelingt, umso größer ist die Chance, dass ein Mensch den Umzug in eine Senioreneinrichtung positiv verarbeitet und trotz aller Schwierigkeiten mit Mut und Selbstvertrauen auf den neuen Lebensabschnitt blickt. Eine große Unterstützung, damit Biografiearbeit gelingt, kann hier schon im Vorfeld des Umzugs durch den zukünftigen Heimbewohner selbst oder durch nahe stehende Angehörige bzw. Bezugspersonen geleistet werden. Doch werden herkömmliche Biografie-Fragebögen oft als „lästiger Papierkram“ ungeliebt auf später verschoben und so fehlt manche so wichtige Information von Anfang an.

Die beim kürzlich stattgefundenen Angehörigenabend vorgestellte Broschüre „Lebenszeit“ soll im SOZIALKONZEPT „Dorotheenhof“ allen Beteiligten die Biografiearbeit etwas „beliebter“ machen. Die farbenfroh gestaltete Broschüre lädt mit einfachen Fragen ein, alle wichtigen Aspekte der Lebenszeit in Kurzform zu beschreiben. Wer mag, hat Platz, um Fotos, Urlaubskarten oder Gedichte, an die sich gern erinnert wird, einzufügen. Die Reihenfolge der Bearbeitung ist frei wählbar und Ergänzungen sind jederzeit möglich. Die Betreuungsassistenten und die Mitarbeiter der Ergotherapie übertragen die aus der Broschüre „Lebenszeit“ gewonnenen  Informationen in die Bewohnerakte für die Pflegemitarbeiter, damit Pflege und Betreuung zu einem  ganzheitlichen Ansatz verbunden werden kann. Gleichzeitig bleibt die Broschüre „Lebenszeit“ im Bewohnerzimmer und so kann sie immer wieder genutzt werden, um miteinander ins Gespräch zu kommen und damit der  Bewohner selbst sich daran erfreut.

Schon bei den Gesprächen zur Erstellung der Heimverträge wird zukünftig die Broschüre von den Mitarbeiterinnen der Verwaltung ausgehändigt werden und auch für bereits im Heim wohnende Bewohner liegen Broschüren bereit und können nachträglich mit Leben gefüllt werden.

G.F. / Heimleitung

Lebenszeit